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Losverfahren Medizinstudium
Ratgeber · 05.10.2026

Mit 3,0 Medizin studieren: was mit welcher Note realistisch ist

Die Abiturnote öffnet in Medizin viele Türen, aber längst nicht alle. Hier gehen wir die Noten von 1,0 bis 3,5 durch und zeigen, welcher Weg zu welcher Note passt.

Notenkugeln von 1,0 bis 3,5 auf einer Linie, am Ende eine Lostrommel mit gezogener Kugel

Mit 3,0 Medizin zu studieren ist möglich, nur nicht über die Note. In der Abiturbestenquote lag die schwächste Auswahlgrenze zum Wintersemester 2026/27 bei 1,3. Mit 3,0 bleiben Wege, auf denen das Abitur wenig oder gar nicht zählt: ein sehr guter Studieneignungstest, eine Ausbildung im Gesundheitswesen und das Losverfahren, in dem allein das Los entscheidet.

Wer „Medizin mit 3,0“ sucht, findet meist Forenbeiträge mit Einzelschicksalen. Wir halten uns an die Zahlen, die hochschulstart nach jedem Verfahren veröffentlicht, und an die Regeln aus dem Staatsvertrag. Daraus ergibt sich ein ziemlich klares Bild, welche Note welchen Weg offen lässt.

Kann man mit 3,0 Medizin studieren?

Ja, und zwar auf mehreren Wegen. Keiner davon ist bequem. Die Studienplätze in Humanmedizin werden in drei Hauptquoten verteilt, und nur in einer davon entscheidet die Abiturnote allein. Das ist die Abiturbestenquote, und dort hat eine 3,0 keine Chance.

Die beiden anderen Quoten funktionieren anders. In der Zusätzlichen Eignungsquote ist die Abiturnote gesetzlich ausgeschlossen. Der Staatsvertrag über die Hochschulzulassung sagt in Artikel 10 wörtlich: „Das Ergebnis der Hochschulzugangsberechtigung und deren Einzelnoten werden nicht berücksichtigt.“ Im Auswahlverfahren der Hochschulen zählt die Note zwar mit, aber jede Hochschule muss in Medizin mindestens zwei Kriterien einbeziehen, die mit Schulnoten nichts zu tun haben.

Dazu kommt das Losverfahren. Es gehört nicht zum zentralen Verfahren bei hochschulstart, sondern findet danach an den einzelnen Hochschulen statt, wenn Plätze übrig sind. Dort spielt die Note überhaupt keine Rolle.

Mit 3,0 heißt Medizin also: entweder einen Test so gut schreiben, dass er die Note ausgleicht oder ersetzt, oder Plätze nutzen, bei denen gar nicht nach Leistung ausgewählt wird. Oft ist es eine Kombination aus beidem.

Welche Note öffnet welchen Weg?

Die folgende Übersicht fasst zusammen, was die Zahlen zum Wintersemester 2026/27 hergeben. Sie ist eine Orientierung, keine Garantie, denn die Grenzen verschieben sich jedes Semester.

Abiturnote Abiturbestenquote Auswahlverfahren der Hochschulen Zusätzliche Eignungsquote Losverfahren
1,0 fast überall ausreichend sehr gute Ausgangslage Note zählt nicht Note zählt nicht
1,1 bis 1,3 je nach Bundesland und Hochschule gute Ausgangslage Note zählt nicht Note zählt nicht
1,4 bis 1,9 zuletzt nicht erreichbar mit gutem Test realistisch Note zählt nicht Note zählt nicht
2,0 bis 2,5 nicht erreichbar nur mit sehr gutem Test, eher an testlastigen Hochschulen Note zählt nicht Note zählt nicht
2,6 bis 3,5 nicht erreichbar kaum, außer die Note wiegt dort sehr wenig Note zählt nicht Note zählt nicht

Die rechten beiden Spalten sehen gleich aus, und das ist der eigentliche Punkt dieser Seite. Je schwächer die Note, desto mehr hängt an den Wegen ohne Note.

Welche Quoten gibt es, und was zählt dort?

Bevor die Hauptquoten greifen, gehen bis zu 20 Prozent der Plätze in sogenannte Vorabquoten, etwa für Härtefälle, für das Zweitstudium oder für Landarzt-Programme. Den Rest teilt Artikel 10 des Staatsvertrags so auf:

Quote Anteil Wer wählt aus Was zählt
Abiturbestenquote 30 % hochschulstart nur die Abiturleistung, im Vergleich mit dem eigenen Bundesland
Zusätzliche Eignungsquote 10 % die Hochschule nur schulnotenunabhängige Kriterien, vor allem Tests, Ausbildung, Dienste
Auswahlverfahren der Hochschulen 60 % die Hochschule Abiturnote plus mindestens zwei weitere Kriterien, darunter ein Studieneignungstest

In der Zusätzlichen Eignungsquote und im Auswahlverfahren sind an jeder Hochschule höchstens 100 Punkte zu holen, wie sie verteilt werden, legt die Hochschule selbst fest. Welche Werte am Ende für eine Zulassung gereicht haben, erklärt der Ratgeber NC Medizin: Auswahlgrenzen je Quote ausführlich. Hier geht es um die Frage, was das für Deine eigene Note bedeutet.

Was ist mit 1,0 bis 1,5 möglich?

Mit 1,0 bist Du in einer guten Lage, aber nicht in einer sicheren. Gerechnet wird in der Abiturbestenquote nämlich mit Punkten, bis zu 900 sind möglich, und hinter einer 1,0 stehen laut Leitfaden von hochschulstart durchschnittlich 862. Wer aus dem Saarland kam, brauchte zum Wintersemester 2026/27 für Heidelberg 879 Punkte. Eine knappe 1,0 kann also an einzelnen Hochschulen zu wenig sein, an den meisten anderen reicht sie.

Bei 1,1 bis 1,3 entscheidet das Bundesland mit. Bewerber konkurrieren in der Abiturbestenquote nur mit Bewerbern aus dem eigenen Land. Eine 1,3 tauchte zum Wintersemester 2026/27 als Auswahlgrenze nur auf den Listen von Niedersachsen und Schleswig-Holstein auf, und auch dort nur an einem Teil der Hochschulen. Aus dem Saarland war an jeder Hochschule eine 1,0 nötig. Wer eine 1,2 hat, sollte also nicht pauschal fragen „Reicht das?“, sondern: Reicht es aus meinem Bundesland an diesem Standort?

Ab 1,4 ist die Abiturbestenquote nach den Zahlen der letzten beiden Wintersemester praktisch zu. Das ist aber kein Grund zur Panik, denn 60 Prozent der Plätze laufen über das Auswahlverfahren der Hochschulen. Dort bringt eine 1,4 oder 1,5 viele Punkte mit, und zusammen mit einem ordentlichen Testergebnis ist ein Platz realistisch. Wie viel genau, hängt von der Hochschule ab.

Was ist mit 2,0 und 2,5 möglich?

Hier wird es interessant, weil die Hochschulen die Note sehr unterschiedlich gewichten. Ein paar Beispiele aus der Kriterienübersicht von hochschulstart für das Wintersemester 2026/27, jeweils in der Hauptunterquote des Auswahlverfahrens:

Hochschule Punkte für die Abiturleistung Punkte für den Test
LMU München bis zu 51 bis zu 24 (TMS)
Universität Jena (60 % der Plätze) bis zu 85 bis zu 10 (TMS)
Charité Berlin bis zu 20 bis zu 60 (TMS)
Universität Hamburg bis zu 40 bis zu 40 (HAM-Nat) und 20 (HAM-SJT)
Universität Greifswald (90 % der Plätze) bis zu 5 bis zu 90 (Interview)

Mit 2,0 oder 2,5 hast Du dort die besten Aussichten, wo die Note wenig und der Test viel zählt. An der Charité kann ein sehr guter TMS dreimal so viele Punkte bringen wie das Abitur. An Hochschulen, die das Abitur stark gewichten, holst Du den Rückstand dagegen kaum auf.

Wie viele Punkte Deine Note genau bringt, lässt sich vorher nicht sagen. Im Auswahlverfahren wird die Abiturleistung in einen Prozentrang umgerechnet, der zeigt, wie viele Bewerber aus Deinem Bundesland schlechter abgeschnitten haben. hochschulstart schreibt selbst, dass sich im Voraus nicht sagen lässt, welche Punktzahl welchem Prozentrang entspricht. Jede Rechnung „2,3 gleich soundso viele Punkte“ ist deshalb eine Schätzung.

Sicher ist dagegen, wie der Test zählt. Beim TMS bekommt man unter einem Testwert von 70 null Punkte, ab einem Testwert über 130 die volle Punktzahl, dazwischen anteilig. Ein schwaches Ergebnis schadet nicht: Laut hochschulstart können sich Tests nur positiv auf den Ranglistenplatz auswirken. Es gibt zwei TMS-Termine im Jahr, und der Test kann einmal wiederholt werden.

Neben der Hauptquote lohnt der Blick auf die Zusätzliche Eignungsquote. Bonn, Köln, Rostock und einige andere vergeben dort zum Wintersemester 2026/27 alle Punkte nur für den TMS. Für Dich heißt das: Deine 2,5 bringt dort keinen einzigen Punkt, kostet aber auch keinen. Es kommt allein auf das Testergebnis an. Das sind allerdings nur 10 Prozent der Plätze, und die Konkurrenz um sie ist groß.

Daraus folgt eine praktische Regel für die Bewerbung. Bei hochschulstart kannst Du Dich an beliebig vielen Standorten gleichzeitig bewerben und nimmst dabei automatisch an allen drei Quoten teil. Mit einer mittleren Note ist es deshalb klüger, die Liste nicht nur nach Wunschstadt zu sortieren, sondern auch danach, wie stark eine Hochschule den Test gewichtet. Die Kriterien aller Standorte veröffentlicht hochschulstart vor jedem Verfahren im Download-Bereich, und sie ändern sich gelegentlich von Jahr zu Jahr.

Und noch etwas zur Zeitplanung: Wer mit 2,0 bis 2,5 auf den TMS setzt, sollte ihn nicht auf den letzten möglichen Termin legen. Weil der Test nur einmal wiederholt werden kann, bleibt bei einem frühen ersten Versuch noch Luft für einen zweiten, falls der Tag nicht gut lief.

Mit 3,0 oder 3,5: welche Wege bleiben?

Bei 3,0 und schlechter bringt die Note im Auswahlverfahren der meisten Hochschulen so wenig, dass ein Testergebnis den Abstand kaum schließt. Ehrlicherweise bleiben dann vor allem Wege, auf denen die Note gar nicht oder fast gar nicht mitspielt.

Die Zusätzliche Eignungsquote. Hier zählen Test, abgeschlossene Ausbildung, Berufstätigkeit, Dienste und Preise. Wer eine Ausbildung in einem anerkannten Gesundheitsberuf abgeschlossen hat, bekommt an vielen Hochschulen feste Punkte. Welche Berufe zählen, listet hochschulstart in den Kriterien je Studiengang auf. Eine Berufstätigkeit zählt erst ab zwölf Monaten. Zusammen mit einem guten TMS ist das der planbarste Weg mit schwacher Note, er dauert allerdings Jahre.

Die Landarztquote. Mehrere Bundesländer halten eigene Plätze für Bewerber bereit, die sich verpflichten, später als Hausarzt in unterversorgten Regionen zu arbeiten. Diese Plätze laufen als Vorabquote außerhalb der Hauptquoten, mit eigenen Auswahlregeln des jeweiligen Landes. Wer sich darauf einlässt, legt sich beruflich langfristig fest.

Die Bundeswehr. Wer von der Bundeswehr für ein Medizinstudium benannt wird, bekommt den Platz ebenfalls über eine Vorabquote. Das ist eine Entscheidung für die Bundeswehr als Arbeitgeber, nicht nur für das Studium.

Das Studium im Ausland. Manche weichen auf ein Studium im Ausland aus, meist gegen Studiengebühren. Das ist ein eigenes Thema, das wir hier nicht vertiefen.

Das Losverfahren. Dazu gleich mehr.

Was es nicht mehr gibt, ist die Wartezeit. hochschulstart berücksichtigt sie seit dem Sommersemester 2022 nicht mehr. Wer heute mit 3,0 anfängt, Semester zu sammeln, wartet umsonst. Einen Überblick über alle Wege ohne Spitzennote im Vergleich gibt der Ratgeber Medizin studieren ohne NC.

Der Weg, bei dem die Note keine Rolle spielt

Nach dem zentralen Verfahren bleiben an vielen Hochschulen einzelne Plätze frei, weil Zugelassene absagen oder sich nicht einschreiben. Diese Restplätze verteilen viele Hochschulen per Los. Abiturnote, TMS und HAM-Nat zählen dabei nicht. Ob Du 1,0 oder 3,5 hast, ist für die Lostrommel egal.

Für Humanmedizin gab es zum Wintersemester 2026/27 32 solcher Losverfahren an Hochschulen in ganz Deutschland. Dass dabei echte Studienplätze vergeben werden, zeigen die Auskünfte der Hochschulen selbst: Zwischen dem Wintersemester 2022/23 und dem Wintersemester 2025/26 haben zehn Hochschulen aus unserem Angebot zusammen 212 Bewerber in Humanmedizin über das Los zugelassen. Allein die Goethe-Universität Frankfurt kam zum Wintersemester 2024/25 auf 77 Zulassungen per Los, ein Jahr später auf 28. Die Zahlen je Hochschule stehen auf der Seite Chancen im Losverfahren.

Ein Platz über das Los ist nie sicher, aber jedes Semester haben Bewerber Glück. Weil jede Hochschule nur wenige Plätze verlost, steigen die Aussichten mit jedem Verfahren, an dem Du teilnimmst. Gleichzeitig gilt: Pro Hochschule nur ein Antrag. Wer doppelt beantragt, riskiert, dass die Anträge gelöscht werden. Mehr dazu im Ratgeber Mehrfachantrag vermeiden.

Auch ohne Note gibt es Voraussetzungen. Du brauchst eine Hochschulzugangsberechtigung, manche Hochschulen verlangen vorher eine Bewerbung über hochschulstart, und fast alle Verfahren sind auf das erste Fachsemester beschränkt. Die Fenster sind kurz und liegen je nach Hochschule zwischen Sommer und Herbst verstreut, oft nur zwei bis drei Wochen lang. Einen groben Zeitplan zeigt die Seite Fristen, alle Hochschulen mit Losverfahren stehen unter Losverfahren Humanmedizin.

Wir stellen diese Anträge für Dich, an allen Hochschulen, die in Deinem Fach losen. Für ein Fach und ein Semester kostet das 109,90 €, Details unter Preise. Ein zweiter Weg außerhalb der Note ist der Kapazitätsantrag, der sich auf Plätze jenseits der festgesetzten Zulassungszahl richtet.

Was heißt das für Deine Planung?

Mit 1,0 bis 1,3 lohnt sich der genaue Blick auf die Grenzwerte Deines Bundeslands. Mit 1,4 bis 2,0 ist der TMS das wichtigste Werkzeug, und es zahlt sich aus, Hochschulen nach dem Gewicht des Tests auszuwählen. Mit 2,5 bis 3,5 ist der reguläre Weg lang: Test, Ausbildung, vielleicht eine Sonderquote. Das Losverfahren ist kein Ersatz für diese Planung, aber es läuft parallel und kostet keine Wartezeit. Wer nicht teilnimmt, kann auch nicht gezogen werden.

Häufige Fragen

Kann man mit 2,5 Medizin studieren?

Ja, aber nicht über die Abiturbestenquote, die zum Wintersemester 2026/27 spätestens bei 1,3 endete. Mit 2,5 führt der Weg über ein sehr gutes Ergebnis im Studieneignungstest, oft zusammen mit einer Ausbildung im Gesundheitswesen, oder über das Losverfahren, in dem die Note gar nicht zählt.

Zählt die Abiturnote im Losverfahren?

Nein. Im Losverfahren der Hochschulen entscheidet allein das Los, Abiturnote und Testergebnisse spielen keine Rolle. Voraussetzung ist trotzdem eine Hochschulzugangsberechtigung, und manche Hochschulen verlangen vorher eine Bewerbung über hochschulstart.

Gibt es in Medizin noch Wartesemester?

Nein. hochschulstart berücksichtigt Wartezeit seit dem Sommersemester 2022 nicht mehr. Wer mit einer schwächeren Note auf einen Platz hofft, kann ihn sich also nicht mehr ersitzen, sondern braucht Test, Ausbildung, eine Sonderquote oder Losglück.

Reicht ein Abitur mit 1,0 sicher für Medizin?

Fast immer, aber nicht garantiert. In der Abiturbestenquote zählt die Punktzahl auf der 900er-Skala, und eine 1,0 entspricht im Mittel 862 Punkten. An einzelnen Hochschulen lag die Grenze zum Wintersemester 2026/27 darüber, wer knapp an der 1,0 vorbeischrammt, kann dort also leer ausgehen.

Bereit für die nächste Antragsrunde?

Du buchst online, trägst Deine Daten einmal ein, und wir stellen die Anträge. 109,90 € für das erste Fach und Semester.