NC Zahnmedizin: welche Note Du brauchst und was ohne geht
Die Auswahlgrenzen in Zahnmedizin liegen in der Abiturbestenquote fast überall bei 1,0 bis 1,3. Wer darüber liegt, hat trotzdem Wege, nur andere.
Der NC für Zahnmedizin lag zum Wintersemester 2026/27 in der Abiturbestenquote zwischen 1,0 und 1,4, je nach Bundesland des Abiturs und Hochschule. Das zeigen die Auswahlgrenzen von hochschulstart. Über diese Quote gehen 30 Prozent der Plätze. Ganz ohne Note geht es nur im Losverfahren, das es zum Wintersemester 2026/27 an 21 Hochschulen gibt.
Der Begriff NC ist dabei etwas irreführend. Niemand legt vorher eine Note fest. Die Grenze entsteht erst, wenn alle Plätze vergeben sind: Sie ist die Note des letzten Bewerbers, der in der jeweiligen Quote noch ein Angebot bekommen hat. Deshalb verschiebt sie sich von Semester zu Semester.
Wie hoch ist der NC für Zahnmedizin?
hochschulstart veröffentlicht nach jeder Vergabe die Auswahlgrenzen je Hochschule. Zum Wintersemester 2026/27 boten 29 Hochschulen Zahnmedizin über das Zentrale Verfahren an, mit zusammen 1.516 Studienplätzen. Die Spanne reichte von 29 Plätzen in Saarbrücken bis 81 in Bonn und Heidelberg.
In der Abiturbestenquote konkurrieren nur Bewerber, die ihr Abitur im selben Bundesland gemacht haben. Deshalb gibt es nicht eine Grenze pro Hochschule, sondern 16. Die Tabelle zeigt für jedes Bundesland die schwächste Note, die an mindestens einer Hochschule noch für ein Angebot gereicht hat.
| Abitur aus | schwächste Grenze | Hochschulen mit dieser Grenze (Auswahl) |
|---|---|---|
| Schleswig-Holstein | 1,4 | Bonn, Gießen, Greifswald, Jena, Kiel, Rostock |
| Bayern | 1,3 | Greifswald, Kiel, Rostock, Saarbrücken |
| Niedersachsen | 1,3 | Gießen, Greifswald, Jena, Rostock |
| Nordrhein-Westfalen | 1,3 | Bonn, Gießen, Greifswald, Jena, Kiel |
| Rheinland-Pfalz | 1,3 | Rostock |
| Sachsen-Anhalt | 1,3 | Rostock |
| Baden-Württemberg | 1,2 | u. a. Aachen, Frankfurt, Jena, Ulm |
| Berlin | 1,2 | u. a. Aachen, Gießen, Jena, Kiel |
| Bremen | 1,2 | u. a. Bonn, Göttingen, Köln, Würzburg |
| Hamburg | 1,2 | u. a. Aachen, Halle, Kiel, Ulm |
| Sachsen | 1,2 | u. a. Erlangen-Nürnberg, Köln, Rostock |
| Brandenburg | 1,1 | u. a. Göttingen, Hannover, Würzburg |
| Hessen | 1,1 | u. a. Frankfurt, Gießen, Mainz, Marburg |
| Mecklenburg-Vorpommern | 1,1 | u. a. Greifswald, Rostock, Köln |
| Saarland | 1,1 | u. a. Gießen, Jena, Saarbrücken |
| Thüringen | 1,1 | u. a. Jena, Halle, Würzburg |
Am anderen Ende stand München: Dort lag die Grenze für Bewerber aus allen 16 Ländern bei 1,0. Mit einer 1,3 aus Nordrhein-Westfalen hätte man in der Abiturbestenquote also an einigen Standorten Aussicht auf ein Angebot gehabt, an den meisten anderen nicht.
Ein Jahr vorher sah es ähnlich aus. Zum Wintersemester 2025/26 reichte die Spanne ebenfalls von 1,0 bis 1,4. Daraus lässt sich vorsichtig ablesen, dass die Abiturbestenquote in Zahnmedizin seit Jahren nur mit einer Eins vor dem Komma erreichbar ist. Eine Vorhersage für das nächste Semester ist das nicht.
Die Rohdaten stehen bei hochschulstart im Download-Bereich unter „Auswahlgrenzen“. Nach Hochschule sortiert stehen die Grenzen in der Übersicht NC Zahnmedizin nach Uni.
Was zählt in Zahnmedizin neben der Note?
Die Abiturbestenquote ist nur ein Teil. hochschulstart vergibt 30 Prozent der Plätze nach der Note, 10 Prozent in der Zusätzlichen Eignungsquote und 60 Prozent im Auswahlverfahren der Hochschulen. Vorabquoten, etwa für Zweitstudienbewerber oder Härtefälle, werden vorher abgezogen. Wie das System im Ganzen funktioniert, steht im Ratgeber NC Medizin. Hier nur, was für Zahnmedizin wichtig ist. Wie die Quoten in Zahnmedizin zusammenspielen, erklärt der Beitrag Zulassung Zahnmedizin: Quoten und Chancen.
In der Zusätzlichen Eignungsquote zählen in Zahnmedizin nur Kriterien, die von der Schulnote unabhängig sind. Dazu gehören Studieneignungstests, eine anerkannte Berufsausbildung, etwa als Zahnmedizinische Fachangestellte oder Zahntechniker, sowie Dienste und bestimmte Preise.
Im Auswahlverfahren der Hochschulen zählt die Note mit. Jede Hochschule muss in Zahnmedizin aber mindestens ein Kriterium berücksichtigen, das von der Schulnote unabhängig ist, und einen fachspezifischen Test. In Zahnmedizin kamen zum Wintersemester 2026/27 der TMS, der HAM-Nat, der HAM-SJT und der HAM-Man zum Einsatz. Der HAM-Man ist eine Drahtbiegeprobe, mit der handwerkliches Geschick geprüft wird.
Die Grenzen in diesen beiden Quoten veröffentlicht hochschulstart als Punktzahl auf einer Skala bis 100, nicht als Note. In der Eignungsquote reichten zum Wintersemester 2026/27 je nach Hochschule zwischen 55,7 Punkten in Marburg und 83,7 Punkten an der Medizinischen Hochschule Hannover. Weil jede Hochschule Note, Test und weitere Kriterien anders gewichtet, lässt sich daraus keine Note ableiten, mit der man sicher hineinkommt.
Warum sich die Hochschulen so stark unterscheiden
Im Auswahlverfahren der Hochschulen setzt jeder Standort eigene Kriterien und Gewichte. Das sieht man an den Punktgrenzen. Zum Wintersemester 2026/27 reichten in der Hauptrangliste in München 47,1 Punkte, in Freiburg 49,5, an der Charité dagegen 63,4 und in Hamburg 64,1. Diese Werte lassen sich nicht direkt vergleichen, weil hinter den Punkten jeweils ein anderer Mix aus Note, Test und weiteren Kriterien steht. Sie zeigen aber, wie unterschiedlich die Hürden je nach Hochschule ausfallen.
Manche Hochschulen teilen die Quote zusätzlich in Unterquoten mit eigener Rangliste. Greifswald vergab zum Wintersemester 2026/27 nur 10 Prozent seiner Plätze dieser Quote auf der ersten Liste und 90 Prozent auf einer zweiten, Jena und Rostock arbeiteten mit drei Listen. Wer nicht in die erste Liste passt, kann in einer anderen vorne liegen. Bei Punktgleichheit entscheiden laut hochschulstart ein abgeleisteter Dienst und zuletzt das Los.
Für Bewerber mit einer Note jenseits der 1,4 heißt das: Die Bewerbung bei hochschulstart lohnt sich vor allem dann, wenn sie breit gestreut ist und ein Testergebnis mitbringt. Welche Kriterien jede Hochschule nutzt, listet hochschulstart in einer eigenen Übersicht zur Eignungsquote und zum Auswahlverfahren.
Kann man mit 2,0 Zahnmedizin studieren?
Über die Abiturbestenquote nicht. Die schwächste Grenze lag zum Wintersemester 2026/27 bei 1,4, und auch die nur für Bewerber aus Schleswig-Holstein an wenigen Standorten.
Ausgeschlossen ist ein Studienplatz mit 2,0 deshalb nicht. Es gibt drei realistische Ansätze:
- Ein sehr gutes Testergebnis. In der Zusätzlichen Eignungsquote spielt die 2,0 keine Rolle, dort entscheiden Test und weitere Kriterien. Im Auswahlverfahren der Hochschulen kann ein starker Test die Note teilweise ausgleichen. Laut hochschulstart wirkt sich ein Testergebnis nur positiv aus.
- Zusätzliche Punkte. Eine abgeschlossene Ausbildung in einem anerkannten Beruf bringt an Hochschulen, die dieses Kriterium nutzen, einen festen Punktwert. Wartezeit zählt dagegen seit dem Sommersemester 2022 nicht mehr.
- Das Losverfahren. Hier ist die Note egal. Mit 2,0 hat man im Los dieselbe Chance wie mit 1,0.
Welcher Ansatz passt, hängt davon ab, wie viel Zeit man investieren will. Der Test braucht Vorbereitung und einen Termin vor der Bewerbung. Die Ausbildung dauert Jahre. Das Los kostet weder Note noch Vorlauf, ist aber nie sicher.
Und mit 1,5 oder 1,6?
Auch das reicht in der Abiturbestenquote nicht, denn selbst die schwächste Grenze lag zum Wintersemester 2026/27 bei 1,4. Mit 1,5 oder 1,6 liegt man aber im Auswahlverfahren der Hochschulen deutlich näher an einem Angebot als mit 2,0 oder 3,0. Ein guter Test oder eine anerkannte Ausbildung kann den Unterschied machen, und an Hochschulen mit niedriger Punktgrenze steigen die Aussichten weiter. Eine sichere Note dafür gibt es trotzdem nicht. Wie Note und Test in den Quoten zusammenwirken, erklärt der Ratgeber Mit welcher Note Medizin studieren.
Kann man mit 3,0 Zahnmedizin studieren?
Mit 3,0 wird das Zentrale Verfahren schwierig. In der Abiturbestenquote ist der Abstand zu groß, und im Auswahlverfahren der Hochschulen zieht die Note den Punktwert nach unten, auch wenn der Test gut ausfällt. Wie stark, hängt von der Gewichtung der einzelnen Hochschule ab.
Offen bleiben die Wege, auf denen die Note nicht zählt. In der Zusätzlichen Eignungsquote steht eine 3,0 nicht im Weg. Dort braucht es aber ein Spitzenergebnis im Test und meist weitere Punkte, und über diese Quote gehen nur 10 Prozent der Plätze.
Das Losverfahren ist der Weg, auf dem die 3,0 überhaupt keine Rolle spielt. Daneben gibt es den Kapazitätsantrag, der geltend macht, dass eine Hochschule mehr Studierende aufnehmen könnte, als sie angibt. Wir stellen den Kapazitätsantrag für Zahnmedizin für 199 € je Fach und Semester. Ein Gerichtsverfahren gehört nicht dazu, und wir beraten auch nicht dazu. Weitere Wege von der Landarztquote bis zur Bundeswehr vergleicht der Ratgeber Medizin studieren ohne NC.
Losverfahren Zahnmedizin: Zahlen der Hochschulen
Nach dem Zentralen Verfahren bleiben an vielen Standorten Plätze frei, weil Zugelassene absagen oder sich nicht einschreiben. Diese Plätze verlosen die Hochschulen selbst. Note, TMS und HAM-Nat spielen dabei keine Rolle. Die Zugangsvoraussetzungen der Hochschule gelten trotzdem, also die Hochschulzugangsberechtigung und je nach Standort weitere Bedingungen, etwa eine vorherige Bewerbung bei hochschulstart.
Wir haben die Hochschulen nach dem Informationsfreiheitsgesetz gefragt, wie viele Bewerber sie über das Los zugelassen haben. Acht Hochschulen aus unserem Angebot kamen in Zahnmedizin vom Wintersemester 2023/24 bis zum Wintersemester 2025/26 zusammen auf 57 Zulassungen. Weil nicht jede Hochschule geantwortet hat, ist das eine Untergrenze.
| Hochschule | Semester | Zulassungen über das Los |
|---|---|---|
| Jena | WS 2023/24 / WS 2024/25 / WS 2025/26 | 5 / 11 / 2 |
| Greifswald | WS 2023/24 | 8 |
| Charité | WS 2023/24 / SS 2024 / SS 2025 | 1 / 6 / 2 |
| Gießen | WS 2024/25 / SS 2025 / WS 2025/26 | 4 / 3 / 3 |
| Tübingen | WS 2023/24 / SS 2024 / WS 2024/25 | 1 / 1 / 2 |
| Kiel | WS 2023/24 bis WS 2025/26 | je 2 bis 7 |
| RWTH Aachen | WS 2023/24 | 1 |
| Halle | WS 2025/26 | 1 |
Die Zahlen sind kleiner als in Humanmedizin, weil Zahnmedizin an jedem Standort weniger Plätze hat. Aber sie zeigen, dass es regelmäßig klappt. Viele Standorte kommen pro Semester auf ein bis drei Losgewinner, Gießen hatte in drei Semestern hintereinander Zulassungen über das Los. Ein Platz über das Los ist nie sicher, aber jedes Semester haben Bewerber Glück. Ältere Semester sagen nur begrenzt etwas über das nächste aus, weil die Zahl der freien Plätze davon abhängt, wie viele Zugelassene absagen. Alle Werte mit Quelle stehen unter Chancen im Losverfahren.
Auffällig ist, dass mehrere Zulassungen im Sommersemester liefen, etwa sechs an der Charité zum Sommersemester 2024. Zahnmedizin wird auch zum Sommer vergeben, nur an weniger Standorten. Was dort anders ist, beschreibt der Ratgeber zum Losverfahren im Sommersemester.
Zum Wintersemester 2026/27 losen 21 Hochschulen in Zahnmedizin, jede mit eigener Frist und eigenem Antragsweg. Manche Fenster sind nur wenige Tage offen. Welche Hochschulen dabei waren, zeigt die Seite Losverfahren Zahnmedizin, die groben Zeiträume stehen unter Fristen.
Wir stellen diese Anträge für Dich. Für Zahnmedizin in einem Semester kostet das 109,90 €, zusammen mit Humanmedizin 164,85 €. Lost in einem gebuchten Fach und Semester keine einzige Hochschule, gibt es den Anteil zurück. Details stehen unter Preise. Wichtig ist nur, bei keiner Hochschule zweimal zu beantragen: Mehrfachanträge können zum Ausschluss führen. Mehr dazu im Ratgeber Mehrfachantrag vermeiden.
Häufige Fragen
Wie hoch war der NC für Zahnmedizin zum Wintersemester 2026/27?
In der Abiturbestenquote lagen die Auswahlgrenzen laut hochschulstart je nach Bundesland und Hochschule zwischen 1,0 und 1,4. Die 1,4 reichte nur für Bewerber mit Abitur aus Schleswig-Holstein an einzelnen Standorten. In München lag die Grenze für Bewerber aus allen Ländern bei 1,0.
Kann man mit 2,0 Zahnmedizin studieren?
Über die Abiturbestenquote nicht, dort lag die schwächste Grenze bei 1,4. Möglich ist es über die Zusätzliche Eignungsquote, in der die Schulnote nicht zählt, über das Auswahlverfahren der Hochschulen mit einem sehr guten Test und über das Losverfahren, in dem die Note gar keine Rolle spielt.
Wie viele Losverfahren gibt es in Zahnmedizin?
Zum Wintersemester 2026/27 losen 21 Hochschulen in Zahnmedizin. Jedes Verfahren hat eigene Fristen und einen eigenen Antragsweg. Welche Hochschulen losen, kann sich von Semester zu Semester ändern.
Gibt es in Zahnmedizin wirklich Zulassungen über das Los?
Ja. Acht Hochschulen aus unserem Angebot haben vom Wintersemester 2023/24 bis zum Wintersemester 2025/26 zusammen 57 Bewerber in Zahnmedizin über das Los zugelassen. Jena kam zum Wintersemester 2024/25 allein auf elf. Ein einzelner Antrag bleibt trotzdem eine kleine Chance und keine Garantie.