NC Pharmazie: warum das Los hier besonders oft gewinnt
In Pharmazie liegen zwischen dem strengsten und dem offensten Standort Welten. Und im Losverfahren kommen hier mehr Bewerber zum Zug als in jedem anderen Fach unseres Angebots.
Den einen NC für Pharmazie gibt es nicht. Im Wintersemester 2026/27 lag die Grenze der Abiturbestenquote laut hochschulstart je nach Standort zwischen 1,0 und 4,0. An einigen Hochschulen genügte in dieser Quote also fast jede Note. Und im Losverfahren sind die Aussichten hier deutlich besser als in Medizin: Jena ließ zum Wintersemester 2025/26 123 Bewerber per Los zu.
Dieser Ratgeber zeigt die aktuellen Auswahlgrenzen, rechnet nach, wo eine 2,0 gereicht hätte, und stellt die Zahlen aus dem Losverfahren vor.
Wie hoch ist der NC für Pharmazie?
Pharmazie wird wie Medizin zentral über hochschulstart vergeben, an 22 Hochschulen. Die Plätze verteilen sich auf drei Hauptquoten: 30 % an die Abiturbesten, 10 % über die Zusätzliche Eignungsquote und 60 % über das Auswahlverfahren der Hochschulen. Eine Besonderheit hat das Fach: Pharmazie darf laut hochschulstart von einigen Regeln abweichen, die für Medizin gelten, etwa bei der Vorgabe, in der Eignungsquote nur schulnotenunabhängige Kriterien zu bewerten. Wie das Quotensystem grundsätzlich funktioniert, erklärt der Ratgeber zum NC in Medizin.
Was umgangssprachlich NC heißt, ist die Auswahlgrenze der Abiturbestenquote. Sie zeigt, mit welcher Note im letzten Verfahren gerade noch ein Angebot kam, und sie gilt je Bundesland, weil Bewerber dort mit anderen aus demselben Land konkurrieren. Ein Auszug für das Wintersemester 2026/27, Stand nach dem Ende der Koordinierungsphase:
| Hochschule | Abitur aus NRW | aus Bayern | aus Niedersachsen |
|---|---|---|---|
| Heidelberg | 1,1 | 1,1 | 1,1 |
| Hamburg | 1,4 | 1,4 | 1,4 |
| Münster | 1,7 | 1,8 | 1,8 |
| Bonn | 1,8 | 2,1 | 1,9 |
| Frankfurt am Main | 1,9 | 2,2 | 1,9 |
| Freiburg | 2,3 | 3,1 | 2,3 |
| Würzburg | 2,4 | 4,0 | 2,4 |
| Erlangen-Nürnberg | 2,6 | 4,0 | 2,5 |
| Jena | 4,0 | 4,0 | 4,0 |
| Halle-Wittenberg | 4,0 | 4,0 | 4,0 |
Die vollständigen Tabellen stehen im Download-Bereich von hochschulstart. Die Spanne ist enorm. Heidelberg verlangte je nach Bundesland eine 1,0 bis 1,2 und ist damit kaum weniger streng als Humanmedizin. In Jena, Halle, Marburg, Regensburg und Saarbrücken lag die Grenze für Bewerber aus den meisten Ländern bei 4,0, also bei der schwächsten Note, mit der man überhaupt eine Hochschulzugangsberechtigung erwirbt. Die Grenzen je Standort sind außerdem unter NC Pharmazie nach Uni aufbereitet.
Zum Vergleich: In Humanmedizin lag die Grenze der Abiturbestenquote im selben Semester für Bewerber aus Nordrhein-Westfalen an allen Standorten zwischen 1,0 und 1,2. In Pharmazie entscheidet die Wahl der Studienorte also viel mehr darüber, ob die Note reicht.
Kann man mit 2,0 Pharmazie studieren?
Ja, und zwar an mehr Standorten, als viele denken. Wir haben die Grenzen des Wintersemesters 2026/27 für zwei große Bundesländer durchgezählt.
Mit einem Abitur aus Nordrhein-Westfalen und einer 2,0 hätte die Note in der Abiturbestenquote an 12 von 22 Hochschulen gereicht: in Braunschweig, Erlangen-Nürnberg, Freiburg, Greifswald, Halle, Jena, Marburg, München, Regensburg, Saarbrücken, Tübingen und Würzburg. Nicht gereicht hätte sie etwa in Bonn und Düsseldorf (jeweils 1,8), in Münster (1,7) oder in Heidelberg (1,1).
Mit einem Abitur aus Bayern sah es noch besser aus. Dort wäre eine 2,0 an 16 von 22 Hochschulen genug gewesen. Ausgeschlossen blieben die FU Berlin, Hamburg, Heidelberg, Leipzig, Mainz und Münster.
Zwei Einschränkungen gehören dazu. Erstens sind das Werte eines einzigen Verfahrens, und in Pharmazie schwanken sie stark. Zum Wintersemester 2025/26 lag die Grenze für Bewerber aus Nordrhein-Westfalen in Jena noch bei 2,0, in Halle bei 2,3 und in Münster bei 1,4. Mit einer 2,0 hätte es damals nur an sechs Standorten sicher gereicht, in Jena lag sie genau auf der Grenze. Ein Jahr später waren es zwölf. Wer mit seiner Note knapp an einer Grenze liegt, kann sich also nicht darauf verlassen, dass das nächste Jahr so aussieht wie das letzte. Zweitens hängt ein Angebot auch davon ab, welche Studienorte man bei hochschulstart angibt und in welcher Reihenfolge. Wer nur Standorte mit strengen Grenzen wählt, hat mit 2,0 schlechte Karten, obwohl es anderswo gereicht hätte.
Neben der Abiturbestenquote gibt es die beiden anderen Quoten. Viele Hochschulen setzen dort den Pharmazeutischen Studierfähigkeitstest PhaST ein, einige auch TMS oder HAM-Nat, und vergeben Punkte für eine anerkannte Ausbildung, etwa als pharmazeutisch-technischer Assistent oder Chemielaborant. Auch hier zeigen die Zahlen von hochschulstart, wie unterschiedlich die Lage ist. In Jena, Halle, Marburg, Regensburg und Saarbrücken ging das letzte Angebot der Zusätzlichen Eignungsquote im Wintersemester 2026/27 an Bewerber mit 0,0 Punkten. Selbst ohne einen einzigen Punkt kam man dort in dieser Quote also zum Zug. In Leipzig brauchte man dagegen 58,0 von 100 Punkten.
Losverfahren Pharmazie: die Zahlen
Wer im zentralen Verfahren leer ausgeht, hat in Pharmazie eine zweite Chance, die besser ist als ihr Ruf. Im Wintersemester 2026/27 stellen wir in 15 Losverfahren Anträge. Losanträge nahmen Bonn, Braunschweig, Erlangen-Nürnberg, Freiburg, Greifswald, Halle, Hamburg, Heidelberg, Jena, Kiel, Mainz, Münster, Regensburg, Saarbrücken und Würzburg an, gelost wird dort, wo nach dem Nachrücken Plätze frei bleiben. Die Fenster verteilen sich über den ganzen Spätsommer und Herbst. Im Saarland öffnete es schon im Juli, in Bonn lag es im August. Die meisten Verfahren, darunter Jena, Halle, Freiburg, Mainz und Münster, fielen in den September. Würzburg, Regensburg und Greifswald öffneten erst im Oktober, und in Braunschweig laufen die Anträge bis Mitte Oktober. Die aktuelle Übersicht steht auf der Fachseite Losverfahren Pharmazie, die groben Zeiträume aller Fächer unter Fristen.
Wie viele Bewerber dort tatsächlich einen Platz bekommen haben, wissen wir von den Hochschulen selbst. Wir haben sie nach dem Informationsfreiheitsgesetz gefragt, die Antworten kamen 2026:
| Hochschule | Semester | Zulassungen über das Los |
|---|---|---|
| Universität Jena | WS 2023/24 | 26 |
| Universität Jena | WS 2024/25 | 64 |
| Universität Jena | WS 2025/26 | 123 |
| Universität Halle-Wittenberg | WS 2023/24 | 58 |
| Universität Halle-Wittenberg | WS 2025/26 | 25 |
Allein Jena hat zum Wintersemester 2025/26 also 123 Bewerber über das Los zugelassen, ein Jahr davor 64. Halle kam zum Wintersemester 2023/24 auf 58 Losgewinner, zum Wintersemester 2025/26 auf 25. Zusammen sind das 296 Zulassungen über das Los an nur zwei Hochschulen.
Der Vergleich mit Humanmedizin macht den Unterschied deutlich. Dort zählen wir an zehn Hochschulen vom Wintersemester 2022/23 bis zum Wintersemester 2025/26 zusammen 212 Zulassungen über das Los, und das über einen längeren Zeitraum. In Pharmazie kamen zwei Hochschulen in drei Jahren auf mehr. Unsere Einschätzung: Wer Pharmazie ernsthaft in Betracht zieht, hat im Losverfahren deutlich bessere Aussichten als in Medizin.
Sicher ist ein Platz trotzdem nicht. Die Zahlen schwanken stark, in Jena zwischen 26 und 123 innerhalb von drei Jahren. Wie viel übrig bleibt, hängt davon ab, wie viele Zugelassene im regulären Verfahren absagen. Ein Platz über das Los ist nie sicher, aber jedes Semester haben Bewerber Glück. Alle Zahlen zu den vier Fächern stehen auf der Seite Chancen im Losverfahren.
Warum gewinnt das Los in Pharmazie so oft?
Eine offizielle Erklärung gibt es dafür nicht, aber die Auswahlgrenzen passen ins Bild. Jena und Halle gehören zu den weniger umkämpften Standorten. Selbst zum Wintersemester 2025/26, als die Grenzen höher lagen, reichte dort für Bewerber aus Nordrhein-Westfalen eine 2,0 beziehungsweise 2,3, ein Jahr später sogar jede Note. Dazu kommen Zugelassene, die ihren Platz am Ende doch nicht annehmen. Was nach dem zentralen Verfahren frei bleibt, geht an diesen Hochschulen in die Verlosung. Jena und Halle sind dafür die deutlichsten Beispiele.
Für Bewerber heißt das: Der Losantrag ist kein Ersatz für die Bewerbung bei hochschulstart, sondern eine Ergänzung. Wer im zentralen Verfahren an einem Standort mit niedriger Grenze ein Angebot bekommt, braucht das Los nicht. Wer leer ausgeht, etwa weil er nur Standorte mit strengen Grenzen gewählt hat oder weil die Grenzen in seinem Jahr anziehen, hat mit dem Losverfahren einen zweiten Anlauf im selben Semester. Note, PhaST und Ausbildung spielen dabei keine Rolle. Die Zugangsvoraussetzungen der Hochschule, vor allem eine Hochschulzugangsberechtigung, gelten aber auch hier. Wie die Restplätze nach dem zentralen Verfahren in die Verlosung kommen, beschreibt der Ratgeber zur Restplatzvergabe.
Einfach ist das Losverfahren in Pharmazie allerdings nicht. Die 15 Verfahren laufen über verschiedene Wege, jede Hochschule hat ihre eigenen Regeln. Die ersten Fenster öffneten im Wintersemester 2026/27 schon im Juli, die letzten schlossen Mitte Oktober, und in Halle war das Fenster keine zwei Wochen offen. Wer einen Antrag zur Sicherheit doppelt stellt, riskiert den Ausschluss, mehr dazu im Ratgeber Mehrfachantrag vermeiden. Pharmazie startet anders als Tiermedizin auch zum Sommersemester, was dann anders ist, steht im Ratgeber Losverfahren im Sommersemester.
Ist Pharmazie schwerer als Medizin?
Bei der Zulassung ist die Antwort eindeutig: Pharmazie ist an den meisten Standorten leichter zu erreichen, wie die Grenzen oben zeigen. Ob das Studium selbst schwerer ist, lässt sich nicht objektiv messen. Belegen lässt sich, wie die beiden Ausbildungen aufgebaut sind.
| Pharmazie | Humanmedizin | |
|---|---|---|
| Studium an der Universität | vier Jahre | sechs Jahre, einschließlich Praktischem Jahr von 48 Wochen |
| Praxis außerhalb des Studiums | Famulatur von acht Wochen, praktische Ausbildung von zwölf Monaten | Krankenpflegedienst von drei Monaten, Famulatur von vier Monaten |
| Staatsprüfung | Pharmazeutische Prüfung in drei Abschnitten | Ärztliche Prüfung in drei Abschnitten |
Die Angaben stammen aus § 1 der Approbationsordnung für Apotheker und § 1 der Approbationsordnung für Ärzte. In Pharmazie liegt der Erste Abschnitt der Prüfung nach mindestens zwei Jahren Studium, der Zweite nach mindestens vier Jahren, der Dritte nach der praktischen Ausbildung. Rechnet man die zwölf Monate praktische Ausbildung hinzu, dauert der Weg bis zum Dritten Abschnitt mindestens fünf Jahre. Die Regelstudienzeit legt die Verordnung auf vier Jahre fest, in Medizin sind es sechs Jahre und drei Monate einschließlich der Prüfungszeit für den letzten Abschnitt. Beide Fächer enden also mit einem Staatsexamen in drei Stufen. Der Weg in Medizin ist deutlich länger, die Struktur aus Studium, Praxisphasen und gestuften Prüfungen ähnelt sich.
Wer schwankt, sollte deshalb weniger fragen, welches Fach schwerer ist, als welcher Beruf am Ende passt.
Was kostet der Losantrag über uns?
Für Pharmazie stellen wir alle Losanträge eines Semesters für 109,90 €, im Wintersemester 2026/27 also 15 Anträge, rechnerisch rund 7,33 € je Antrag. Jedes weitere Fach im selben Auftrag kostet 54,95 €, Pharmazie und Humanmedizin zusammen also 164,85 €. Lost in einem gebuchten Fach und Semester keine einzige Hochschule, erstatten wir den Anteil für dieses Fach und Semester. Eine Garantie auf einen Platz gibt es nicht. Details stehen unter Preise, wie ein Antrag bei uns abläuft, unter Häufige Fragen.
Wie die Lage in Tiermedizin aussieht, wo es nur fünf Standorte gibt, zeigt der Ratgeber zum NC in Tiermedizin. Welche Note man für die anderen Fächer braucht, beantwortet der Ratgeber Mit welcher Note Medizin studieren?
Häufige Fragen
Wie hoch ist der NC für Pharmazie?
Einen einheitlichen NC gibt es nicht. Im Wintersemester 2026/27 lag die Grenze der Abiturbestenquote laut hochschulstart je nach Standort und Bundesland zwischen 1,0 in Heidelberg und 4,0 an Standorten wie Jena, Halle oder Regensburg. Für Bewerber aus Nordrhein-Westfalen reichte zum Beispiel in Münster eine 1,7, in Freiburg eine 2,3.
Kann man mit 2,0 Pharmazie studieren?
Ja, an vielen Standorten. Mit einem Abitur aus Nordrhein-Westfalen hätte eine 2,0 im Wintersemester 2026/27 in der Abiturbestenquote an 12 von 22 Hochschulen gereicht, mit einem Abitur aus Bayern an 16. An Standorten wie Heidelberg, Hamburg oder Münster reicht sie dagegen nicht.
Wie gut sind die Chancen im Losverfahren Pharmazie?
Deutlich besser als in Medizin. Die Universität Jena hat zum Wintersemester 2025/26 123 Bewerber über das Los zugelassen, im Jahr davor 64. Halle kam zum Wintersemester 2023/24 auf 58 Losgewinner. Sicher ist ein Platz trotzdem nie, und ältere Semester sagen nur begrenzt etwas über das nächste aus.
Wie lange dauert das Pharmaziestudium?
Nach der Approbationsordnung für Apotheker vier Jahre an der Universität. Dazu kommen eine Famulatur von acht Wochen und zwölf Monate praktische Ausbildung. Die Pharmazeutische Prüfung besteht aus drei Abschnitten, der letzte folgt nach dem praktischen Jahr.