Lohnt sich ein Antragsservice? Was beim Selbermachen alles anfällt
Rechtlich kannst Du jeden Losantrag selbst stellen. Die Frage ist, was das bei Dutzenden Verfahren mit eigenen Fristen und Regeln in der Praxis bedeutet.
Ob sich ein Antragsservice für das Losverfahren lohnt, hängt vor allem an der Menge. Für Humanmedizin gab es im Wintersemester 2026/27 32 Losverfahren, jedes mit eigenem Zeitfenster, eigenem Weg und eigenen Vorgaben. Rechtlich darfst Du jeden dieser Anträge auch selbst stellen. Praktisch heißt das, 32 kleine Bewerbungen in wenigen Wochen fehlerfrei zu organisieren.
Wir verdienen Geld damit, diese Arbeit abzunehmen, das sei vorweg gesagt. Dieser Ratgeber zeigt, was beim Selbermachen alles zusammenkommt und wo die Risiken liegen, damit Du einschätzen kannst, was Dir die Zeit wert ist.
Wie viele Verfahren sind es je Fach?
Die Zahlen stammen aus unserer Datenbank für das Wintersemester 2026/27. Gezählt sind nur Verfahren, die in diesem Semester tatsächlich stattfinden.
| Fach | Losverfahren | davon online | per E-Mail | per Post |
|---|---|---|---|---|
| Humanmedizin | 32 | 26 | 3 | 3 |
| Zahnmedizin | 21 | 18 | 1 | 2 |
| Pharmazie | 15 | 12 | 1 | 2 |
| Tiermedizin | 3 | 1 | 0 | 2 |
Wer sich für Human- und Zahnmedizin interessiert, kommt auf 53 Anträge. Mit Pharmazie dazu sind es 68. Welche Hochschulen in den einzelnen Fächern losen, zeigen die Fachseiten zu Humanmedizin, Zahnmedizin, Pharmazie und Tiermedizin.
Warum ist jeder Antrag anders?
Ein einheitliches Verfahren gibt es nicht. Jede Hochschule regelt ihr Losverfahren selbst, und das merkt man an jeder Stelle: Mal läuft der Antrag online, mal per E-Mail, mal nur per Post. Formulare, Pflichtangaben, Nachweise und Begriffe unterscheiden sich von Standort zu Standort, oft auch zwischen zwei Fächern derselben Hochschule. Wer an vielen Verfahren teilnimmt, muss sich also in viele verschiedene Abläufe einarbeiten, die sich zeitlich überschneiden.
Hinzu kommt, dass manche Hochschulen ihre Informationen erst kurz vor Fristbeginn veröffentlichen und die Regeln von Semester zu Semester ändern. Ob ein Standort überhaupt lost, steht nicht ein für alle Mal fest. Ulm etwa hatte in Humanmedizin zum Wintersemester 2024/25 noch gelost und für 2026/27 nicht mehr.
Wie kurz sind die Fristen?
Kürzer, als viele denken. In Humanmedizin lag für 29 Verfahren im Wintersemester 2026/27 ein fester Beginn und ein festes Ende vor. Davon waren 16 höchstens drei Wochen offen, das kürzeste vier Tage. In Zahnmedizin waren es 12 von 20, in Pharmazie 8 von 13.
Die Fenster liegen außerdem weit verstreut. Die ersten öffneten im Wintersemester 2026/27 schon im Juli, die meisten lagen zwischen Anfang September und Mitte Oktober, die letzten in Humanmedizin endeten Ende Oktober. Über etwa drei Monate hinweg geht also laufend irgendwo ein Fenster auf und anderswo eines zu. Eine grobe Übersicht nach Monaten steht unter Fristen.
Warum kann auch ein früher Antrag scheitern?
Viele rechnen nur mit dem Risiko, zu spät zu sein. Mindestens ebenso tückisch ist das Gegenteil. Einige Hochschulen werten ausschließlich Anträge, die innerhalb des Antragszeitraums eingehen; was vorher ankommt, zählt nicht. So halten es zum Beispiel die Tierärztliche Hochschule Hannover und die Universität Kiel. Ein Antrag muss dort also nach Fristbeginn und vor Fristende eingehen, und bei einem Fenster von wenigen Tagen bleibt dafür wenig Spielraum.
Bei Postverfahren verschärft sich das, weil es auf den Eingang ankommt und nicht auf den Poststempel. Die Laufzeit ist länger geworden: hochschulstart weist in seiner Terminübersicht darauf hin, dass Briefe seit dem 01.01.2025 in der Regel innerhalb von drei bis vier Werktagen zugestellt werden. Ein Brief muss also genau so abgeschickt werden, dass er weder vor noch nach dem Fenster ankommt.
Was passiert bei einem doppelten Antrag?
Wer unsicher ist, ob ein Antrag angekommen ist, schickt ihn gern ein zweites Mal. Das kann schaden. Die Charité schreibt, dass Mehrfachbewerbungen die Chancen nicht erhöhen und gelöscht werden; gewertet wird nur der letzte Antrag. Auch die Tierärztliche Hochschule Hannover lässt mehrfache Anträge außen vor. Mehr dazu im Ratgeber Mehrfachantrag vermeiden.
Welche Stolperstellen gibt es noch?
- Frist verpasst, weil ein Fenster nur wenige Tage offen war oder neben vielen anderen untergegangen ist.
- Voraussetzung übersehen, zum Beispiel eine vorherige Bewerbung über hochschulstart, die manche Hochschulen verlangen, oder die Beschränkung aufs erste Fachsemester.
- Antrag unvollständig, weil ein Pflichtfeld, eine Unterschrift oder ein Nachweis fehlte, den gerade diese eine Hochschule verlangt.
- Antwort übersehen, weil viele Hochschulen nur Zulassungen mitteilen und die Annahmefrist dann kurz ist. Was nach einer Zusage zu tun ist, erklärt der Ratgeber Gelost: was jetzt?
Wie viel Zeit kommt zusammen?
Dazu gibt es keine offiziellen Zahlen, deshalb hier unsere eigene Schätzung. Sie beruht auf unserer Erfahrung mit den Verfahren, nicht auf einer Messung bei Bewerbern. Je nach Weg rechnen wir mit grob 20 bis 60 Minuten pro Hochschule, wenn alles beim ersten Mal klappt. Dazu kommen die Recherche, welche Hochschulen in diesem Semester überhaupt losen, und die Planung, damit jeder Antrag im richtigen Fenster eingeht.
Für die 32 Verfahren in Humanmedizin ergibt das nach unserer Schätzung ohne Recherche grob 15 bis 30 Stunden, verteilt auf viele einzelne Termine zwischen Juli und Oktober. Mit Zahnmedizin dazu wird es entsprechend mehr. Das ist kein Nachmittag, sondern ein Projekt über mehrere Monate, in einer Zeit, in der viele gerade mit Ausbildung, Arbeit, Dienst oder Umzug beschäftigt sind.
Was übernehmen wir, und was nicht?
Bei uns stellst Du einmal Deine Daten bereit, lädst das Zeugnis hoch und erteilst die Vollmacht. Wir legen die nötigen Konten an, stellen jeden Antrag innerhalb des Fensters auf dem Weg, den die Hochschule verlangt, und legen für jeden Antrag einen Beleg in Deinen Kundenbereich. Post der Hochschulen geht an eine eigene E-Mail-Adresse, die wir auswerten. Bei einer Zulassung melden wir uns.
Was ein Service nicht ändert: das Los selbst. Eine Garantie auf einen Platz gibt es nicht, und die Zugangsvoraussetzungen der Hochschulen gelten genauso. Bei manchen Portalen brauchen wir außerdem Deine Hilfe bei der Sicherheitsabfrage, dann solltest Du zeitnah reagieren.
Wenn Du einzelne Anträge schon selbst gestellt hast, kannst Du diese Hochschulen bei uns ausschließen. Wir prüfen nicht automatisch, ob Du irgendwo schon beantragt hast. Das musst Du uns sagen.
Was kostet das im Vergleich?
Die Preise stehen unter Preise: 109,90 € für das erste Fach und Semester, jedes weitere Fach im selben Auftrag 54,95 €. Für Human- und Zahnmedizin zusammen sind das 164,85 € für 53 Anträge im Wintersemester 2026/27, rechnerisch gut 3,10 € pro Antrag. Wie das Losverfahren zeitlich in die Studienplatzvergabe passt, erklärt der Ratgeber zur Restplatzvergabe. Fragen beantwortet die FAQ.